Vietnam – das Land
Die lange Ausdehnung Vietnams in Nord-Süd Richtung und die Tatsache, dass es zwei fruchtbare Gebiete im Norden und im Süden gibt, hat Vietnam zu dem Beinamen "Bambusstange mit zwei Reisschalen" verholfen. In der Tat wird in den beiden fruchtbaren Flussdeltas Reis angebaut. Die übrige Landschaft Vietnams wird vornehmlich von Gebirgszügen und Hochebenen geprägt. Die durchschnittlich junge Bevölkerung lebt vornehmlich in den Regionen der Flussdeltas und es ist zudem eine Abwanderung aus den wirtschaftlich kaum erschlossenen ländlichen Regionen zu verzeichnen. Mittlerweile leben etwa ein Drittel der Vietnamesen in den Städten. Da Vietnam eine sozialistische Volksrepublik ist, gibt es hier keinen persönlichen Besitz, der die Bevölkerung an bestimmte Regionen bindet. Landnutzungsrechte werden meist auf 50 Jahre erteilt. Der Großteil der Vietnamesischen Bevölkerung besteht aus ethnischen Vietnamesen. Nur etwa 12 Prozent der Einwohner zählen zu anderen ethnischen Gruppen, bei denen die so genannten Auslandschinesen, meist Nachfahren von Einwanderern der 1644 zusammengebrochenen Ming-Dynastie, überwiegen.
Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, das frühere Saigon
Auch in den zwei bedeutendsten Städten Vietnams werden die Gegensätze dieses Landes deutlich. Die Hauptstadt Hanoi ist die älteste Hauptstadt Südostasiens und besticht durch eine Vielzahl an wirklich interessanten Sehenswürdigkeiten. So gibt es hier die Überreste der Thang Long Zitadelle, deren Zentralbereich im Jahre 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben wurde. In zahlreichen Museen wird über die wechselvolle Geschichte Vietnams berichtet. Im Gegensatz zu Hanoi findet sich die kolonialistisch geprägte Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt. Diese Stadt ist mit einer Einwohnerzahl von etwa 7 Millionen die größte Stadt Vietnams. Sie liegt oberhalb des Menkong-Deltas und war bis 1975 Hauptstadt der Republik Vietnams. Schon das im kolonialistischen Stil erbaute Rathaus ist ein architektonisches Meisterwerk. Der Sri Thendayyuthapani ist ein Tempelbau, der durch ungewöhnliche Gemälde, etwa von Mohandas Ghandi, zu einer Besonderheit wird. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten aber auch ein breit gefächertes Nachtleben ziehen Jahr für Jahr viele interessierte Besucher an.
Vietnam und der Ökotourismus
Die Landschaft Vietnams musste in der Vergangenheit viele Beschädigungen in Kauf nehmen. Erst in den letzten Jahren wurden verschiedene Maßnahmen getroffen, um diese Schädigungen aufzufangen. So wurden einige Nationalparks eingerichtet – der älteste besteht bereits seit 1962. Teilweise durch große Unterstützung ausländischer Organisationen wird das Umweltbewusstsein der Bevölkerung geweckt und immer mehr Bereiche geschützt. Der auch für andere Regionen der Welt neue, aber überaus wertvolle Ökotourismus soll stark ausgebaut werden. Auch die UNESCO unterstützt die Bemühungen durch den Schutz zahlreicher Landschaften. Für Vietnam Reisen benötigt der deutsche Reisende ein Visum vorab. Alle nötigen Informationen erhalten Interessierte beim Auswärtigen Amt oder bei der entsprechenden Botschaft. Der aufkeimende Ökotourismus Vietnams und das wachsende Interesse an dieser Urlaubsregion kann die allmähliche Regeneration der geschädigten Gebiete unterstützen.